• Mountainbike 21.06.2010 Comments Off

    Kurzfristig wurde ich noch für das diesjährige Mut tut gut Seminar auf dem Spielberghaus als zweiter Bikeguide engagiert, was mich natürlich wahnsinnig gefreut hat – war ich doch erst letztes Jahr selbst Teilnehmerin dieses Kurses und sowohl begeistert vom Kurs und Petra als auch vom Spielberghaus und Bine und Walter.

    Um die Pflicht mit dem Angenehmen zu verbinden, fuhren der Mann und ich bereits am Freitag raus nach Saalbach und trafen uns dort mit Petra und den Tegernseern D. und B. um gleich in der Früh am Samstag aufzubrechen auf eine kleine Trailtour. Dank der Joker-Card, die man als Gast des Spielberghauses dieses Jahr erhält, war die Benutzung der Seilbahnen umsonst. Also wieder keine Tour um die Fitness zu verbessern, aber umso mehr Spaß auf dem Hackelbergtrail. Und diese wenigen fiesen, steinigen, schottrigen Höhenmeter die wir zurücklegen mussten zum Einstieg, haben mir eigentlich auch gereicht.

    p6192271

    Nachmittags um 16 Uhr ging es dann los mit dem Kurs. Beim ersten Zusammentreffen der 14 Teilnehmerinnen und uns ging es gleich in medias res. Kein großes Vorgeplänker, sondern gleich ran an den Speck. “Meine Probleme liegen hier”, “ich habe Angst vor” und jede Menge Fallbeispiele. Bei einem Großteil der Geschichten musste man sich auf die Zunge beißen um nicht gleich einzufallen mit “Ja genau”. Petra, mit ihrem unglaublichen Gespür für Menschen und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe brachte die Probleme jeder einzelnen Frau mal wieder genau auf den Punkt und brachte jede wohl auch zum Nachdenken.

    Nach noch ein wenig Theorie hieß es dann aber genug der Worte und rauf aufs Rad. Eigentlich muss man es ja gar nicht mehr erwähnen, aber es regnete mal wieder in Strömen. Einmal naß, schien es aber niemandem mehr aufzufallen:

    p6192383

    Erst hieß es Namen lernen bei einem kleinen Gleichgewichtsspiel und dann ging es an die ersten Hindernisse – B. und mir war es vor allem wichtig zu sehen, wie es so mit den Grundlagen der Biketechnik aussah und welche Schwierigkeiten wir am nächsten Tag alles einplanen konnten. Gar nicht so einfach – war der nasse Untergrund doch schon fast Herausforderung genug. Selbst “einfache” Stellen wurden durch den Regen zu regelrechten Schlüsselstellen und die Bandbreite der Fahrerinnen – von der Anfängerin bis zur Downhill-Bikerin – machte es nicht gerade einfacher für uns. Zum Glück aber waren wir zu dritt, so dass wir für jeden etwas finden sollten.

    p6192373

    Sonntags ging es aber zunächst wieder mit Theorie weiter und wir lernten einiges über das Lernen, über Synapsen und Dopamin und vor allem über den Umgang mit uns selbst und den Aufbau von Selbstvertrauen. Unglaublich wie schlecht man sich oft selbst behandelt.

    Mit dem neuen Wissen ging es wieder raus in den Regen und auf die Trails rund um das Spielberghaus. Jede Teilnehmerin hatte Kärtchen mit “Regieanweisungen” im Gepäck, von der sie sich bei jeder Fahrt eine aussuchen sollte. Mal sollte das Hindernis “flüssig, elegant”, mal “fröhlich, heiter” und mal als “Cowboy” überfahren werden. Das nächte Mal sollte man auf den Blick achten oder auf die Atmung… Jedes Mal finde ich es erstaunlich wie unterschiedlich man je nach Anweisung fährt und wie schnell man herausfindet, was für einen funktioniert und was nicht.

    p6202405

    Am Ende des Nachmittags hatte (so hoffe ich) jede Teilnehmerin ein Erfolgserlebnis und konnte für sich persönlich etwas mitnehmen. Ich habe auch ne Menge gelernt und war begeistert von den schnellen Fortschritten und dem großen Mut, die jede einzelne aufgebracht hat. Vor allem hatten wir aber viel Spaß und ein tolles Wochenende:

    p6202506

    Tags: , ,

  • Mountainbike 31.08.2009 Comments Off

    Ich fand mich in Portes du Soleil ja schon ziemlich mutig und hatte mir auch schon meine Theorien zur Angstüberwindung zurecht gelegt, aber nun wollte ich es mir einmal von einem Profi anhören, ob ich mir das auch richtig zusammen gereimt habe und mir ein nettes Wochenende mit bikenden Mädels im Spielberghaus in Saalbach gönnen. Also ging es am Samstag bei Regen und Nebel auf nach Österreich wo ich auf Petra Müssig, Judith Lell und Sabine Höll getroffen bin, den Organisatoren eines einmaligen Wochenendes. Dazu kamen noch 12 bikebegeisterte Frauen, eine tolle Umgebung und zumindest am Sonntag strahlender Sonnenschein.

    Da das Wetter am Samstag, wie erwähnt noch nicht ganz mitspielen wollte, haben wir den Kennenlern- und Theorieteil komplett auf Samstag gelegt. Um  17 Uhr ging es los und wenn nicht irgendwann die Mägen angefangen hätten zu knurren, wären wir wohl bis spät in die Nacht hinein gesessen und hätten über Angst und deren Bewältigung gesprochen. Besonders beindruckend dabei fand ich Petras Gabe die Probleme der unterschiedlichen Teilnehmerinnen (von Rennfahrerinnen bis hin zur quasi ‘Anfängerin’) zu erfassen und diese genau auf den Punkt zu bringen. Und so kamen Dinge zum Vorschein, die jeden überraschten und einigen halfen ihre persönlichen “Sackgassen” zu verstehen. Unglaublich. 

    Am Sonntag ging es dann nach einem leckeren Frühstück und einer kurzen Übung zur Erklärung was im Körper passiert wenn Angst auftritt, rauf auf die Räder. An drei kleinen Übungsparcours versuchten wir unter Anleitung von Petra die Theorie vom Vortag nun in die Praxis umzusetzen. Jule und Bine lieferten das nötige technische Know-how und die Unterstützung. So z.B. versuchten wir ein und dasselbe Hindernis in verschiedenen Körperhaltungen zu überwinden und ich war sehr überrascht,welch einen Unterschied die Einstellung macht mit der man ein Hindernis anfährt, sei es konzentriert, spielerisch, ästheisch oder (unser aller Favorit) – wie ein Cowboy!

    Ich möchte behaupten, dass jede Teilnehmerin des Kurses es geschafft hat ihre Grenzen für sich persönlich zu verschieben und tolle Erfahrungen und Erlebnisse mitzunehmen. Denn nicht nur die tollen Kniffe von Petra, sondern auch die ganz besondere Gruppendynamik spornte alle zu Höchstleistungen an. Und selbst meinem Sturz auf der nassen Holzbrücke konnte ich noch etwas Positives abgewinnen, auch wenn ich es sehr bedauert habe an der nachmittäglichen Tour nicht mehr teilnehmen zu können. Aber zum ersten Mal, habe ich mich nicht selbst alles schlechten Fahrer gesehen, sondern wirklich die Ursachen analysiert und das Ganze doch positiv für mich abgespeichert, so dass ich überzeugt bin, dass ich beim nächsten Mal keine Angst vor einer nassen Holzbrücke haben werde…

    Unglaublich begeistert war ich auch vom Spielberghaus. Vom ersten Moment an kann man sich dort wohlfühlen. Ich kam ein wenig gestresst, mit einer beruflichen Krise und dem dringenden Verlangen nach Internet dort an um 7 Musiker nach London zu kriegen und ich bekam nicht nur die Internetverbindung, sondern auch nette moralische Unterstützung sowie einen “Hugo” nachdem das Problem endlich gelöst war. Und auch beim restlichen Aufenthalt war immer sofort Hilfe bereit – sei es beim Wechseln der Sattelstange oder bei der Notversorgung des lädierten Arms mit Eis. Das Essen ist fantastisch und die Zimmer sehr nett. Einzig und allein den Hot Tub haben wir noch nicht ausprobiert… Aber man braucht ja auch einen Grund zum wiederkommen. Und das werde ich bestimmt, denn schließlich muss ich noch die Trails dort fahren.

    Und dann natürlich noch ein dickes Lob an Jule für ihre Initiative uns Mädels in unserem Sport weiterzubringen, ihre schier unendliche Energie, ihre ganzen Ideen und ihre unglaublich freundliche Art.

    Ihr seht schon, ich bin begeisertet und kann das Seminar jedem nur empfehlen.

    Links

    Mut tut gut – Mehr Selbstvertrauen beim Biken

    Girlsridetoo

    Spielberghaus

    Tags: , , ,