• Allgemein 02.06.2010 Comments Off

    logo-deutsches-rotes-kreuz Stabile Seitenlage, Herz-Druck-Massage, Druckverband, Erstversorgung, Notruf absetzen, etc….. Alles noch bekannt? Kann man aus dem Efef? Ich irgendwie nicht und dabei ist mein letzter Erste Hilfe Kurs gerade einmal knapp 2 Jahre her. Der Mann hat seinen letzten Kurs zum Führerschein gemacht und ich vermute die Erinnerung daran ist auch nicht mehr besonders gut. Damals saß man doch recht desinteressiert im Lehrgang und wollte nur den Schein, damit man endlich Autofahren durfte. Nachdem ich aber ab und zu gerne mal von meinem Rad falle, dachte ich mir es ist keine schlechte Idee, wenn der Mann weiß wie er mich rettet.

    Ein befreundeter Mountainbiker hatte dann auch gleich das richtige Angebot: ein Outdoor Erste Hilfe Kurs mit Schwerpunkt Biken in Diessen am Ammersee. Nicht nur dröge Theorie im Kursraum, sondern gleich auch Fallbeispiele in der Natur. Das hatte ich ja schon bei meiner Trailscout-Ausbildung, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.

    Samstagmorgen ging es pünktlich um 9 Uhr los in den Räumlichkeiten des DRK in Diessen. ZUnächst war die Theorie an der Reihe – wie verhalte ich mich überhaupt bei einem Notfall, wie setze ich einen richtigen Notruf ab und wie sind überhaupt die Notrufnummern im europäischen Ausland. Was gehört zu den Sofortmaßnahmen, was zur Ersten Hilfe und wie lege ich einen Verband, der nicht rutscht? Unser Favorit dabei war der Kopfverband. Hoch konzentriert und motiviert verging die Zeit viel zu schnell, so dass wir den Theorieteil irgendwann abbrechen und auf den Sonntag verlegen mussten, damit wir noch aufs Rad kamen. Schließlich schien die Sonne endlich einmal und für den kommenden Tag war wieder Regen vorher gesagt . Im Regen wollte irgendwie keine Opfer spielen.

    Kaum 10 Minuten auf dem Rad hatten wir auch schon unsere erste Schulterverletzung. In rascher Abfolge folgten Platzwunden, Bewußtlose und im Hang abgestürzte Radfahrer. Jeder musste einmal die Führung übernehmen und sich dem Notfall stellen. Ich ließ mein armes Opfer vor lauter Bewußtlosigkeit und stabiler Seitenlage leider verbluten, da ich seine Kopfwunde ignorierte. Aber ich habe die Hoffnung, dass ich im Ernstfall das Blut am Kopf  sehen werde… Ganze vier Stunden trieben wir uns so in den Wäldern rund um Diessen auf, bis wir unserem Hunger Tribut zollen mussten und uns zu Herrn P. nach Hause zum Grillen verzogen. Es folgte ja schließlich noch ein zweiter Tag.

    An Tag 2 stand die Herz-Druck-Massage auf dem Programm, sowie alle möglichen internistischen Fälle wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Allergien, Hitzschlag, Sonnenstich und Vergiftungen wurden dann auch noch kurz behandelt und es blieb die Erkenntnis, dass die Erste Hilfe Maßnahmen sich alle recht ähneln und dass alles besser ist als gar nichts zu tun.

    Theoretisch gut ausgebildet für den Notfall hoffe ich jetzt, dass nichts passieren wird… so wie man einen Regenschirm mitnimmt, damit es nicht regnet.

    Das Regenwochenende haben wir diesmal optimal ausgenutzt und neben einer Menge lehrreicher Dinge, hatten wir auch ne Menge Spaß und haben interessante Leute kennengelernt – einen ehemaligen Ultra-Triathlon Teilnehmer und einen TRIPLE-Ultra-Triathlon Teilnehmer in einer Gruppe hat man wohl eher selten. Daher wurden die beiden auch ein wenig mit Fragen von mir durchlöchert…

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