Vor einigen Monaten schon enstand die Idee sich einmal ein wenig näher mit der Fahrradtechnik zu beschäftigen. Reifen flicken, Ketten nieten, etc. klappt ja inzwischen ziemlich gut, aber alles was darüber hinausgeht ist nach wie vor ein Rätsel für mich. Warum nicht mal ein Fahrrad komplett zusammenbauen und so erkennen, wie alles zusammenhängt. Natürlich wollte ich ungern mein eigenes Rad auseinanderschrauben und wieder zusammenbauen. Das Chaos hätte ich mir gut vorstellen können. Nein, unter professioneller Anleitung wollte ich das Ganze systematisch lernen. Und so entstand beim GIRSLRIDETOO GETS OUT Anfang Juli zusammen mit Arne von BIONICON die Idee einen Schrauberworkshop zu veranstalten.

Die Idee ruhte dann ein Weile, aber pünktlich zum Saisonende wurde sie wieder herausgeholt und in die Tat umgesetzt. Letztes Wochenende war es dann so weit. Pünktlich um 15 Uhr fanden sich Jule von GIRLSRIDETOO sowie Bella (www.isar-bellas.blogspot.com), Julia, Nina, Katja (BIONICON) und ich bei BIONICON in Weissach am Tegernsee ein, um 2-3 Räder für den Verkauf fertig zu machen. Dass wir nicht nur “zusehen” durften, wurde uns schnell klar.
Zunächst ging es in den Keller zum “Shoppen”. Das können Frauen ja bekanntlich gut, aber ohne den professionellen Beistand hätten wir locker 3 x so lange gebraucht um die richtigen Teile für die beiden Mountainbikes in die Kisten zu packen - trotz Einkaufsliste. Kaum hatten wir alles beisammen ging es auch schon los - zunächst musste der Tesla-Rahmen zusammengebaut werden. Erste Lektion, die wir alle gelernt haben: ALLES FETTEN!!! Zumindest alle Schrauben und Gewinde. Zu wenig Fett gibt es eigentlich nicht. Der Plan, der uns gegeben wurde, damit wir auch alles richtig zusammenschrauben, erinnerte an die Anleitungen von IKEA und so ähnlich funktionierte es dann auch. Erst einmal nachzählen ob alle Einzelteile da sind, dann überlegen wo alles hin gehört und in welcher Reihenfolge, dann alles Einfetten und zusammenschrauben. Gar nicht so schwer.

Als nächstes mussten die Federgabeln zusammengebaut werden und dann ging es ans Rad: Sattelstange und Sattel, Federgabel und Vorbau einbauen, Tretlager und Kurbel und allmählich konnte man schon erkennen, dass es einmal ein Mountainbike werden soll. Spannend wurde es bei der Verlegung von Schalt- und Bremszügen. Wie musste das Ganze noch eingefädelt werden? Passt der Zug oder ist er zu kurz? Aber auch das haben wir noch irgendwie hinbekommen. Laufräder noch schnell zusammengebaut und die Kette eingefädelt und dann ging es an die Feinabstimmung wie Schaltung und Bremsen richtig einstellen. Was knackt da nur noch so komisch am Rad? Ach ja, einige Schrauben wollten noch richtig festgezogen werden. Fertig ist das Rad.

Hat ja auch nur fast 4 Stunden gedauert. Bevor wir uns aber auf das wohl verdiente Abendessen stürzen konnten, musste die Werkbank noch aufgeräumt werden. Ordnung sieht einfach anders aus. Unsere gute Fee Petra (www.sport-im-kopf.de) war schon am späten Nachmittag aufgetaucht um sich an die Vorbereitungen zu machen und überraschte uns mit gebackenem Schafskäse, Salat und Lasagne. Zum Nachtisch gab es dann noch Tiramisu und Cassata und Bikevideos von Arne aus der Saison 2010. YEAH - einfach herrlich. Während des Essen wurden dann auch die Tourpläne für den nächsten Tag besprochen, ganz nach dem Motto: RIDE WITH US

Der Wetterbericht hatte sonnige 17 Grad versprochen und unsere zusammengeschraubten Räder wollten auch Probe gefahren werden. Zu uns Mädels gesellten sich am Sonntag plötzlich recht viele Jungs, so dass wir mit einer 16 Mann und Frau starken Truppe aufbrachen zu den Waidbergalmen. Über die Auswahl der Strecke war ich ganz froh - ist die Auffahrt doch so nett, dass diese auch noch von mir gut zu bewältigen sein sollte. Trotzdem konnte ich nur auf den ersten Metern wirklich mithalten und ließ mich dann gemütlich nach hinten fallen. Ärgerlich, aber zum Glück ist das ja kein Dauerzustand. Oben erwartete uns eine großartige Aussicht und eine leckere Brotzeit. Eigentlich erstaunlich, dass man schon wieder etwas essen konnte nach den Schlemmereien vom Vortag.



Runter ging es einen netten, etwas ruppigen, aber ansonsten flowigen Trail nach Kreuth und wenigstens hier musste ich nicht hinterher fahren. Noch ein After-Bike-Bier am BIONICON Campus und schon ging es wieder zurück nach München. Ob das jetzt tatsächlich das Ende der Bikesaison in den Bergen gewesen ist? Ich hoffe nicht, schließlich haben wir letztes Wochenende dasselbe gedacht und wurden mit einem weiteren grandiosen Wochenende belohnt. Da bleibt doch die Hoffnung, dass nächstes Wochenende vielleicht doch die Sonne wieder rauskommt und der Schnee noch auf sich warten läßt.

Vielen Dank an Arne für die Geduld und die Anleitung, danke an Petra für die tolle Verpflegung und danke an die Mädels, dass ihr mitgemacht habt.