• Mountainbike 31.08.2009 Comments Off

    Ich fand mich in Portes du Soleil ja schon ziemlich mutig und hatte mir auch schon meine Theorien zur Angstüberwindung zurecht gelegt, aber nun wollte ich es mir einmal von einem Profi anhören, ob ich mir das auch richtig zusammen gereimt habe und mir ein nettes Wochenende mit bikenden Mädels im Spielberghaus in Saalbach gönnen. Also ging es am Samstag bei Regen und Nebel auf nach Österreich wo ich auf Petra Müssig, Judith Lell und Sabine Höll getroffen bin, den Organisatoren eines einmaligen Wochenendes. Dazu kamen noch 12 bikebegeisterte Frauen, eine tolle Umgebung und zumindest am Sonntag strahlender Sonnenschein.

    Da das Wetter am Samstag, wie erwähnt noch nicht ganz mitspielen wollte, haben wir den Kennenlern- und Theorieteil komplett auf Samstag gelegt. Um  17 Uhr ging es los und wenn nicht irgendwann die Mägen angefangen hätten zu knurren, wären wir wohl bis spät in die Nacht hinein gesessen und hätten über Angst und deren Bewältigung gesprochen. Besonders beindruckend dabei fand ich Petras Gabe die Probleme der unterschiedlichen Teilnehmerinnen (von Rennfahrerinnen bis hin zur quasi ‘Anfängerin’) zu erfassen und diese genau auf den Punkt zu bringen. Und so kamen Dinge zum Vorschein, die jeden überraschten und einigen halfen ihre persönlichen “Sackgassen” zu verstehen. Unglaublich. 

    Am Sonntag ging es dann nach einem leckeren Frühstück und einer kurzen Übung zur Erklärung was im Körper passiert wenn Angst auftritt, rauf auf die Räder. An drei kleinen Übungsparcours versuchten wir unter Anleitung von Petra die Theorie vom Vortag nun in die Praxis umzusetzen. Jule und Bine lieferten das nötige technische Know-how und die Unterstützung. So z.B. versuchten wir ein und dasselbe Hindernis in verschiedenen Körperhaltungen zu überwinden und ich war sehr überrascht,welch einen Unterschied die Einstellung macht mit der man ein Hindernis anfährt, sei es konzentriert, spielerisch, ästheisch oder (unser aller Favorit) – wie ein Cowboy!

    Ich möchte behaupten, dass jede Teilnehmerin des Kurses es geschafft hat ihre Grenzen für sich persönlich zu verschieben und tolle Erfahrungen und Erlebnisse mitzunehmen. Denn nicht nur die tollen Kniffe von Petra, sondern auch die ganz besondere Gruppendynamik spornte alle zu Höchstleistungen an. Und selbst meinem Sturz auf der nassen Holzbrücke konnte ich noch etwas Positives abgewinnen, auch wenn ich es sehr bedauert habe an der nachmittäglichen Tour nicht mehr teilnehmen zu können. Aber zum ersten Mal, habe ich mich nicht selbst alles schlechten Fahrer gesehen, sondern wirklich die Ursachen analysiert und das Ganze doch positiv für mich abgespeichert, so dass ich überzeugt bin, dass ich beim nächsten Mal keine Angst vor einer nassen Holzbrücke haben werde…

    Unglaublich begeistert war ich auch vom Spielberghaus. Vom ersten Moment an kann man sich dort wohlfühlen. Ich kam ein wenig gestresst, mit einer beruflichen Krise und dem dringenden Verlangen nach Internet dort an um 7 Musiker nach London zu kriegen und ich bekam nicht nur die Internetverbindung, sondern auch nette moralische Unterstützung sowie einen “Hugo” nachdem das Problem endlich gelöst war. Und auch beim restlichen Aufenthalt war immer sofort Hilfe bereit – sei es beim Wechseln der Sattelstange oder bei der Notversorgung des lädierten Arms mit Eis. Das Essen ist fantastisch und die Zimmer sehr nett. Einzig und allein den Hot Tub haben wir noch nicht ausprobiert… Aber man braucht ja auch einen Grund zum wiederkommen. Und das werde ich bestimmt, denn schließlich muss ich noch die Trails dort fahren.

    Und dann natürlich noch ein dickes Lob an Jule für ihre Initiative uns Mädels in unserem Sport weiterzubringen, ihre schier unendliche Energie, ihre ganzen Ideen und ihre unglaublich freundliche Art.

    Ihr seht schon, ich bin begeisertet und kann das Seminar jedem nur empfehlen.

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    Mut tut gut – Mehr Selbstvertrauen beim Biken

    Girlsridetoo

    Spielberghaus

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  • Mountainbike 29.08.2009 Comments Off

    Zwei Wochen Portes du Soleil – nicht nur das größte zusammenhängende Skigebiet Europas, sondern im Sommer auch ein Bikemekka vor allem für Downhiller und Freerider, aber auch für Tourenfahrer. Also waren im Gepäck sowohl sämtliche Protektoren als auch die ganze Ausrüstung für schöne Touren. Über Bike Explorer habe ich sogar noch einige Tourenvorschläge herausgesucht und mitgenommen. Aber um es direkt vorweg zu nehmen: In PdS hat man überhaupt keine Zeit bergauf zu fahren…. 24 Lifte, 3 Bikeparks und Strecken in allen Schwierigkeitsstufen (grün: tres facile, blau: facile, rot: difficile, schwarz: tres difficile) wollen schließlich genutzt und gefahren werden.

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    Zu den Schwierigkeitsgraden muss gesagt werden, dass diese je nach Ort auch variieren können – so ist in Les Gets die rote Abfahrt von der Berg- zur Talstation eine super Freeridestrecke mit Anliegerkurven und einigen steilen Passagen. aber insgesamt auch für Neulinge wie mich noch schön zu fahren. Eine rote Strecke in Champery ist verblockt, sehr steil und neben einem geht es direkt abwärts… Also wer schön angelegte Strecken mit flowigen Trails sucht ist auf der französischen Seite in Les Gets und auch in Chatel gut bedient, wer die technische Herausforderung sucht sollte nach Champery fahren. Dort kann er sich auf Strecken bis hin zur tiefschwarzen Weltcupabfahrt austoben.

    Natürlich sind aber alle Strecken von überall aus erreichbar, was wirklich sehr nett ist. Wir haben uns allerdings dazu entschlossen die Orte zu wechseln. Unser erster Stop war Morzine. Der Campingplatz in Essert Romand ist klein, aber sehr nett und der Besitzer ist einfach großartig, spricht gut englisch und ist sehr hilfsbereit. Von Essert Romand kann man in einer guten Viertelstunde zur Gondel in Morzine radeln und vondort aus hat man direkten Zugang zu den Strecken in Morzine und Les Gets.  

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    Eine zweite Gondel in Morzine bringt einen in Richtung Schweiz und zu den Strecken von Les Lindaret. Hier geht es schon viel ruhiger zu und die Strecken sind etwas naturbelassener mit mehr Wurzeln und Steinen. Von Les Lindaret kann man sich entscheiden ob man nach Les Crosets oder nach Chatel gondeln möchte. Zur Orientierung reicht übrigens die Karte, die man an jedem Lifthäuschen erhält – quasi ein Pistenplan für Radfahrer.

    Perfekt ist in diesem Gebiet auch, dass es zwei Seen quasi an den Strecken gibt, in die man noch kurz reinspringen kann. Sowohl in Les Gets, als auch auf dem Weg von Les Lindarets nach Morzine gibt es Badeseen und wir haben tatsächlich ab und zu Bikini und Handtuch in den Rucksack gepackt um direkt im Anschluß an den Biketag die müden Knochen noch ein wenig zu erholen. Super!

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    Unser zweiter Stop war dann Champery, aber da die Strecken für mich eindeutig zu schwer waren (noch!) sind wir nur zwei Tage geblieben. Der Campingplatz Grand Paradis ist herrlich gelegen und bietet eine tolle Sicht auf das Bergpanorama, Nur das im Internet angekündigte Schwimmbad haben wir vergeblich gesucht. Mit dem Rad konnte man auch bequem zur Großraumgondell fahren, die alle 30 Minuten die Gäste auf den Gipfel bringt. Generell muss man sagen, dass in Champery viiieeel weniger los ist als in Morzine oder auch als in Chatel – während die französischen Orte vor Bikeläden, Restaurants, Fahrradfahrern und Familien nur so wimmeln, hat in Champery kaum etwas auf.

    Der letzte Stop war dann Chatel. Da die Lifte etwas abseits liegen muss man hier den Bus nehmen, der aber kostenlos ist und Fahrräder mitnimmt. Zurück kann bergab zurückrollen. 

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    Preislich kann man sich den Spaß sogar leisten: 80 EUR für 6 aufeinanderfolgende Tage oder 87 für Tage die nicht aufeinanderfolgen – da wünsche ich mir, dass die Liftpässe im Winter die Preise aus dem Sommer hätten. Die Campingplätze haben für 2 Personen + VW Bus + Strom im Schnitt 25 EUR pro Nacht verlangt, waren alle sauber und wirklich nett.

    Kurios zu beobachten sind englische und französische Touristen, die mit ihren kleinen Kindern und gerade mal Tourenhelm versuchen die Bikepisten hinunter zu fahren. Fahrradfahren kann schließlich jeder…. Von Campingplatznachbarn habe ich sogar gehört, dass sie jemanden mit Hänger in einer roten Strecke gesehen hätten…. Wahnsinn.

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    An den Gondeln musste man ab und zu schon 20 Minuten warten bevor man endlich an der Reihe war, aber auf den Strecken hat es sich ganz gut verteilt. Trotzdem hat ein Engländer es geschafft mich von hinten einfach umzufahren – zum Glück ist nichts passiert, aber ich weiß jetzt, warum ich einen Integralhelm aufhabe.

    Einziger Wehmutstropfen – in Morzine wurden den Freunden von uns zwei Räder geklaut und die Polizei hat sich als alles andere als hilfsbereit erwiesen. 3 x mussten wir hingehen, bevor sie eine Anzeige zu Protokoll genommen haben. Jetzt kann man natürlich nur noch hoffen, dass die Versicherung etwas zahlt.

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    Hilfreiche Links für die, die auf den Geschmack gekommen sind:

    http://www.portesdusoleil.com/alpen/mountainbike-alpen.html

    Bikeparks:

    http://www.bikepark.ch/bike-vtt/de

    http://www.mountainbikeparkchatel.com/

    http://www.paradisvtt.fr/article.php3?id_article=70

    Camping:

    http://www.campinglesmarmottes.com/

    http://www.oustalet.com/

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