Nein, ich war nicht auf Safari, wie der Titel eventuell vermuten läßt, sondern mit dem Mann auf einem Fahrtechnikkurs bei Tobi von TrailXperience im schönen Allgäu.

Freitagabend ging es mit dem Bus schon raus nach Kempten und der Parkplatz auf dem wir uns am nächsten Morgen treffen sollten, erwies sich als perfekter Übernachtungsplatz mit Panoramablick auf die Alpen. So hätte man auch richtig schön ausschlafen können, wenn die Hitze einen nicht doch bereits um kurz nach 7 Uhr aus den Federn getrieben hätte. Nach und nach trudelten auch die anderen Teilnehmer ein - ein bunter Haufen aus Düsseldorf, Sachsen und Bayern - so dass wir pünktlich um 9:30 Uhr los legen konnten.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Einführung was uns erwarten würde wurden wir noch schnell in zwei Gruppen geteilt und los ging es mit Tobi und Stefan auf den Parkplatz, auf dem uns schon diverse bunte Hütchen erwarteten. Ich hatte ja so meine Zweifel, ob man sich tatsächlich einen ganzen Tag lang auf einem Schotter-Parkplatz amüsieren kann, aber heute kann ich sagen: Man kann! Und zwar ohne Probleme. Hätten nicht irgendwann die physischen und psychischen Kräfte nachgelassen, hätten wir locker auch noch länger machen können.

Die ersten Einheiten kannte ich zwar bereits aus der Trailscout-Ausbildung, aber trotzdem tat es mir gut, noch einmal Grundposition und Bremsen zu üben. Die freiwillige Selbstkontrolle ist ja leider nicht immer so gut, wie das geschulte Auge eines Beobachters - war ich mir doch so sicher, dass meine Arme durchgebeugt waren… Kurven fahren kann man eh nicht oft genug üben und das gleiche gilt natürlich auch für Gleichgewichsübungen und als ich es dann tatsächlich am Nachmittag noch schaffte meinen ersten Bunny Hop zu meistern, war ich stolz wie Oskar! Bislang hatte ich immer vergeblich versucht überhaupt das Hinterrad zu heben…. aber dank des systematischen Aufbaus der Übungen, hab ich es tatsächlich geschafft. Der Mann war auch mit Begeisterung dabei und feilte fleissig an seiner Technik…
Nach gut 5 Stunden üben, üben, üben, einer Menge Wasser, anschaulichen Erklärungen und viel Geduld hatten wir uns erst ein köstliches Kaltgetränk und dann eine Abkühlung im See verdient. Gut, dass der Eschacher Weiher gleich ums Eck lag. Perfekte Planung, kann ich da nur sagen.

Am Sonntag flüchteten wir dann ein wenig vor der Hitze in den Wald. Es hieß das Gelernte nun im Gelände anzuwenden. Den geeigneten Spielplatz hatten wir dafür ganz in der Nähe von Kempten. Nur 5-10 Minuten eine asphaltierte Strasse mit gemäßigter Steigung hochgeradelt und schon gab es zwei, drei verschiedene Abfahrten mit Wurzelpassagen, kleinen Spitzkehren, etwas steileren Stücken, etc. Nicht wirklich schwer, aber doch genau richtig um bewußt auf seine Körperhaltung zu achten. Schlüsselstellen, wie sollte es anders sein, gab es natürlich trotzdem wieder für mich - zum einem nahm ich meinen ganzen Mut zusammen (Petra auf der einen Seite mir gedanklich ins Ohr flüsternd: Atmen und Spaß haben, Tobi auf der anderen: Arme beugen, locker, Timing und Spaß haben) und traute mich endlich einmal an einen kleinen Sprung und zum anderen verscheuchte ich ein wenig meine Treppenphobie mit einer zwar recht kurzen, dafür aber (für mich) fiesen Treppe, da der erste Absatz doch etwas höher war, die Anfahrt eine Kurve und der Auslauf in eine Brücke mündete…. Aber irgendwie hatte ich an dem Tag das Gefühl ich könnte alles schaffen.

Nach dem Mittagessen war das Motto dann nur noch “GENIESSEN”. Tobi zeigte uns noch einige sehr nette Trails in der Gegend und nach einer kurzen Abschlußbesprechung ging es wieder an den See. Jetzt heißt es fahren, fahren, fahren und üben, üben, üben.
Dank an TrailXperience für ein großartiges, ereignisreiches Wochenende. Wir haben uns absolut gut aufgehoben gefühlt und freuen uns schon auf Ligurien!!!

PS Und wer jetzt wissen möchte, was es mit Storch, Gorilla und Hase auf sich hat, der sollte schnellstens einen Kurs bei Tobi buchen: www.trailxperience.de